Komment der Verbindung deutscher Studierender Cimbria

Komment der Verbindung deutscher Studierender Cimbria __________________________________________________________ KOMMENT der Verbindung deutscher Studierender CIMBRIA an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Reutlingen Fassung vom 25.05.2001 http://www.cimbria-rt.de

Bundeslied

Ihr Brüder laßt in froher Freundesrunde
Des hehren Geistes nicht vergessen sein, Der in des Vaterlandes schwerster Stunde Uns rief und band zu innigem Verein. Seid stark wie einst die Alten, Laßt Mut und Treue walten, Und dräut der Nöte Sturm auch noch so hart Wir halten stand nach echter Cimbernart.

Farbenstrophe

Violett der Ehrfurcht Farbe
unseres Herzens schönste Zier, weil mir männlich und gemessen nahen uns Geliebte Dir. Und so bleibet mein Gedenken, holdes Liebchen bis zum Tod, Trag ich doch der Liebe Zeichen Gold der Treue, flammend Rot.

1.Allgemeines

§ 1

Komment ist der Inbegriff aller Regeln über das gegenseitige Verhalten im studentischen Verkehr. Insbesondere ist der Kneipkomment, welcher die Aufrechterhaltung der Ordnung und die Hebung der Gemütlichkeit bei geselligem Zusammensein bezweckt, ein Mittel, eine gute Korporationsdisziplin zu gewährleisten.

§ 2

Vorliegender Komment gilt überall, wo Cimbern und ihre Gäste bei kommentmäßigem Stoff beisammen sind. Kommentmäßige Stoffe sind Bier, Wein, Sekt und Most, andere Stoffe dürfen an der Biertafel nur mit Genehmigung des Präsidiums genossen werden.

§ 3

Für die genaue Einhaltung des Komments hat das älteste Semester zu sorgen, dessen Anordnungen unverzüglich Folge zu leisten ist. Als ältestes Semester gilt auf offiziellen Veranstaltungen der anwesende Höchstchargierte.

§ 4

Am Biertisch wird nach Bierminuten gerechnet. Es sind 5 Bierminuten = 3 Zeitminuten.

2.Trinkordnung

§ 5

Das offizielle Kneipglas ist ein Igelglas (1/3 Glas), mit dem Wappen Cimbria und dem Namen des Eigentümers im Deckel.

§ 6

Jeder Kneipant kann einem anderen, jedoch nicht mehreren zugleich, ein beliebiges Quantum mit folgenden Worten vortrinken : „Lieber NN. ich komme Dir einen vor“ bzw. „Lieber NN. darf ich Dir einen zu kommen lassen ? „. Das vorgetrunkene Quantum muß mit den Worten: “Prosit” (ehrt) oder „ Nicht was mir lieber wäre“ angenommen und innerhalb 5 Bierminuten mit bis zu einem Halben mit den Worten: “Lieber NN. ich komme nach“ bzw. „Lieber NN. darf ich Dir einen zurück kommen lassen“ nachgetrunken werden. Es ist gestattet, mit demselben Quantum dem einen nach- und dem anderen vorzukommen. Das Präsidium darf der ganzen Corona, der Fuchsmajor seinen Füchsen, das Kontrapräsidium seinem Tisch, der Leibbursch seiner Bierfamilie zu gleicher Zeit ein Quantum vortrinken.

§ 7

Kommt jemand einem vorgetrunkenen Quantum nicht rechtzeitig nach, so kann der Vortrinkende ihn in Zwischenräumen von 5 Bierminuten zum 1. und 2. mal “treten”. Nach dem 2. vergeblichen Treten ist das Präsidium gehalten, den, der nicht nachkommt, in den B.V. zu stecken. Füchse können einen Burschen nur durch den F.M. oder den Leibburschen treten lassen.

§ 8

Vom sofortigen Nachkommen entschuldigt nur:
1. Tempus utile, d. h.
a) Allgemeines oder persönliches Tempus
b) Jedes kommandierte Silentium
c) Unverschuldeter Stoffmangel
d) Ältere Bierverpflichtungen

2. Bierkrankheit.

§ 9

Trinkt ein Kneipant “aufs spezielle Wohl” eines anderen, zur besonderen Ehrung des Betreffenden, so braucht dieser nicht nachzukommen; so geschieht dies mit den Worten- “N.N. ich löffle (oder revanchiere) mich.“
Ein Quantum, das “aufs spezielle sine sine” getrunken ist, darf überhaupt nicht nachgetrunken werden.
Das Quantum, mit dem “aufs spezielle” getrunken wird, darf zum gleichzeitigen Nachtrinken nicht benützt werden.
Das Präsidium ist nicht verpflichtet, nachzukommen; die Kneipanten sollen daher dem Präsidium und dem Kontrapräsidium in der Regel “aufs spezielle”, die Füxe nur “aufs spezielle sine sine” kommen.

§ 10

Der Rest des Glases darf weder vor- noch nachgetrunken werden, es sei denn, um einen anderen, der noch weniger Stoff hat, “hinauszubegleiten“.

§ 11

Es wird ruhig weitergekneipt.

§ 12

Mehreren Bierverpflichtungen kann man zu gleicher Zeit mit einem Halben nachkommen, man darf jedoch mit demselben keinem anderen vortrinken.

§ 13

– gestrichen –

§ 14

– gestrichen –

§ 15

Gleiche Semester dürfen einander steigen lassen, jedoch hat der in die Kanne Schickende mitzuziehen, der in die Kanne Geschickte sagt: “Geschenkt ab.” Füchse gelten als erste und unter sich gleiche Semester.

§ 16

Nach Vollzug der Bierstrafe kann der Bestrafte um Angabe des Grundes bitten; die Anfrage muß beantwortet werden, wenn sie auf dem B.C. erfolgt, an den auch sämtliche Beschwerden zu richten sind: Füchse werden hier durch Fuchsmajor oder Leibbursch vertreten.

§ 17

Nur der Senior kann jeden Aktiven oder Inaktiven, der Fuchsmajor seine Füchse, der Leibbursche seine Leibfüchse etc., ohne selbst Stoff zu haben, in die Kanne schicken.

§ 18

Damit kein Kneipant gezwungen werde, über das Maß seiner Kräfte hinaus zu trinken, kann er sich vom Senior resp. Präsidium für bierkrank erklären lassen. Der Bierkranke verliert dadurch alle Rechte und Pflichten eines bierehrlichen Burschen. Auf Wunsch ist er vom Präsidium jederzeit wieder für bierfähig zu erklären. Der Name jedes bierkrank Erklärten ist an der Kneiptafel anzukreiden.

Kneipordnung

§ 19

Die Kneipabende – offizielle Kneipe, Exkneipe – setzt der Konvent fest.

§ 20

Die offizielle Kneipe beginnt um 20:00 Uhr s.t und geht in der Regel um 22:30 Uhr s.t. durch die Erklärung des Präsidiums in den inoffiziellen Teil über. Während des Offiziums und des Inoffiziums darf weder gegessen noch gepfiffen werden.

§ 21

Das Präsidium eröffnet die Kneipe mit einem allgemeinen Liede. Nach dessen Beendigung ruft es “Cantus ex! Ein smollis ist den fidelen Sänger (Smollis cantoribus! ) worauf auf die Corona antwortet: “Fiducit!” . Darauf gebietet das Präsidium „Colloquium“.

§ 22

Die Kneipanten bestehen aus Burschen, Füchsen und Gästen; letztere haben h. c. Burschenrechte.

§ 23

Jeder Aktive und Inaktive i. L. hat möglichst sein eigenes Kneipglas und Kommersbuch auf der Kneipe mit zubringen. Die Benutzung steht nur dem Eigentümer zu.

§ 24

Der Kneipvorstand besteht aus:
1. dem Präsidium,
2. dem Kontrapräsidium.
Das Präsidium auf den allgemeinen Kneipen führt der Senior oder ein von ihm ernannter, bierehrlicher Bursche.
Die Kontrapräsidien stehen dem Fuchsmajor und dem Schriftführer zu.
In besonderen Fällen sind weitere Kontrapräsidien vom Senior zu ernennen.

§ 25

Das Kneippräsidium ist unverletzlich, d. h. es darf ihm keine Stange abgefasst werden, es hat über die Kneipe unumschränkte Autorität. Es steht selbst unter dem Komment, ist aber zu Bierfunktionen nicht verpflichtet. Beschwerden gegen die Leitung der Kneipe können nur auf dem nächsten B.C. vorgebracht werden; außerdem hat der Senior das Recht, jederzeit das Präsidium wieder an sich zu nehmen.

§ 26

Die Kontrapräsidenten haben in dem ihnen vom Präsidium übergebenen Bereiche für Befolgung des Komments zu sorgen, die Ordnung aufrecht zu erhalten und alle Kommandos des Präsidiums zu wiederholen. Ferner haben sie das Recht, Tempus zu erteilen und Bierstrafen auch über ältere Semester zu verhängen.

§ 27

Nur das Präsidium hat das Recht:
1. Jederzeit Silentium zu gebieten, welches sofort strictissime einzuhalten ist;
2. Die einzelnen Lieder zu kommandieren resp. einem andern das Kommando zu übergeben;
3. Für alle Vorträge, mögen sie in Lied, Rede oder Musik bestehen, die Erlaubnis zu erteilen, die es jedoch jederzeit ohne Grundangabe wieder entziehen kann;
4. Jeden Kneipanten zu einem Solo oder einer Blechpauke zu verdonnern;
5. Den Kneipabend durch allgemeines Tempus auf kurze Zeit zu unterbrechen; die Kneipe nimmt ihren Fortgang durch den Befehl des Präsidiums: „ad loca“!;
6. Zur strengen Aufrechterhaltung des Komments und zur Unterdrückung von Störungen, schwerere Strafen als die Genussstrafen zu verhängen;
7. Einem Kneipanten bis zu 10 Bierminuten den Stoff zu entziehen;
8. Das Präsidium und die Kontrapräsidien der Exkneipe zu ernennen.

§ 28

Das Präsidium und die Kontrapräsidien dürfen sich nicht von ihren Plätzen entfernen, ohne vorher einen Stellvertreter ernannt und diesem die Abzeichen übergeben zu haben. Füchse sind vom Präsidium ausgeschlossen.

§ 29

Jeder Kneipant, der sich nicht singkrank gemeldet hat, außer dem Präsidium, ist unter Strafe verpflichtet, bei Liedern und Rundgesängen mitzusingen.
Nach jedem offiziellen Kantus sind die Kommersbücher zu schließen. Während des Kolloquiums dürfen ohne spezielle Erlaubnis des Präsidiums keine Vorträge und dergleichen stattfinden.

§ 30

Hat jemand etwas vorzubringen, so hat er beim Präsidium ums Wort zu bitten. Füchse bitten durch den Fuchsmajor ums Wort.

§ 31

Durch Anwendung des Kommandos “Biermimik ex’ von Seiten des ,Präsidiums wird angedeutet, dass jede weitere Unterbrechung der Kneipordnung zu unterbleiben hat und dass derartige Vergehen nicht mehr mit Bierstrafen belegt, sondern dem nächsten B.C. zur Ahndung übergeben werden.

Biereinrichtungen

Salamander

§ 32

Der Salamander ist die höchste studentische Ehrenbezeugung. Er wird vom Präsidium oder mit dessen Erlaubnis von einem anderen Mitglied begründet und in folgender Weise gerieben:
(Kommando:) „Cimbern hoch!”
Sind die Stoffe präpariert? (Antwort:) “sunt!”
(Kommando:) “Ad exercitium salamandri 1-2-3 los !
Während langsam 1-2-3 kommandiert wird, reibt die Corona mit den Gläsern auf dem Tisch: bei “los” wird getrunken: Dann erfolgt das Kommando: “Salamander incipit!” Die Deckel werden auf die Silbe “pit” zugeschlagen (bzw. die Gläser auf den Tisch gestoßen). Beim ersten alsdann langsam zu kommandierenden 1-2 wird mit den Gläsern gerüttelt, auf 3 mit dem Glas auf den Tisch geschlagen; ebenso bei dem zweiten rasch zu kommandierenden: 1-2-3. Das Schlußkommando lautet: “Salamander ex! Colloquium!’

§ 33

– gestrichen –

Bierjunge

§ 34

Um kleinere Bierdifferenzen auszugleichen, besteht die altüberkommene Biermensur, „der Bierjunge“.
Der Angegriffene wendet sich an seinen „Beleidiger“ mit dem Zuruf „Bierjunge“. Der Geforderte kann den Bierjungen mit dem Wort „hängt‘ annehmen und hat denselben alsbald beim Präsidenten anzumelden: „Es ist ein Bierjunge in Bänken zwischen N.N. und mir“.
Das Präsidium lässt alsdann durch den Aufgebrummten den Unparteiischen ernennen, welcher mit den Worten: „Silentium für einen Bierskandal zwischen N.N. und N.N.“ den Vorsitz übernimmt, sodann die Sekundanten von den Paukanten ernennen lässt und die „Waffen“ gleichmacht.
Wird die Frage des Unparteiischen: „Sind die Waffen gleich?“ von den Sekundanten bejaht, so fährt er fort: „Das Stichwort ist: „Bierjunge“ (oder sonst ein Wort, auf das sich die Sekundanten mit dem Unparteiischen einigen.) „Mein Kommando wird lauten: „Stoßt an ! Setzt an ! 1-2-3 ! Los!” Auf „Los“ trinken die Paukanten, vor „Los“ ist dem Unparteiischen gestattet, die Waffen wechseln zu lassen.
Der Unparteiische gibt nach den Verteidigungsreden der Sekundanten und nach Prüfung der Reste selbst sein Urteil ab. Sieger ist, wer zuerst, ohne zu bluten, vollständig ausgetrunken und das Stichwort zuerst gesagt hat.
Bleibt der Bierjunge unentschieden, so können ihn die Sekundanten auspauken.
Der vom Unparteiischen als „zweiter Sieger“ erklärte Paukant hat die Kosten des Bierjungen zu tragen.
Nach Verkündigung des Urteils gibt der Unparteiische mit den Worten „Bierjunge ex“ den Vorsitz an das Kneippräsidium zurück.

§ 35

Zwischen dem Unparteiischen und dem Paukanten darf keine unmittelbare Bierverwandtschaft bestehen.
Füchse können einem Burschen nur durch einen Leibburschen oder den F.M. einen Bierjungen aufbrummen.
Bierzeitung

§ 36

Die Bierzeitung wird von einem Bierzeitungsredakteur (in der Regel dem F.M.) redigiert und von einem Fuchsen auf der offiziellen Kneipe verlesen.

§ 37

Der Bierzeitungsredakteur bestimmt für jede Kneipe einige Füchse, welche ihre Beiträge mehrere Tage vor der Kneipe an ihn abzuliefern haben.
Bei größeren Veranstaltungen können auch die 3. und 4. Semester zur Lieferung eines Beitrages ohne weiteres herangezogen werden.

Abfassen von Stangen und Aufsetzen von Gläsern

§ 38

Jede Blume, die binnen 5 Bierminuten nicht angetrunken ist, ist verfallen, so dass jeder das Recht hat, dieselbe mit den Worten:
„Abgefasste Stange von N.N “ an sich zu nehmen. Die Stange geht ohne den Tisch zu berühren, von links nach rechts und muss, bis sie wieder an den Eigentümer kommt, leer sein. Kommt sie nicht leer zurück, so ist sie vom letzten, der daraus trank, zu bezahlen.
Das leere Glas wird dem Eigentümer zugestellt mit den Worten: „Abgefasste Stange unseres lieben N.N. zurück!“

§ 39

Läßt jemand ein angetrunkenes Deckelglas offen stehen, so ist jeder berechtigt, das seinige aufzustellen. Der Eigentümer des untersten Glases ist verpflichtet es zu leeren oder jedem Aufsetzenden ein Glas zu bezahlen. Schließt der Hereingefallene den Deckel des obersten Glases, so darf niemand mehr aufsetzen. Das Wegziehen des untersten Glases ist unzulässig.

§ 40

Wer auf eine Blume, auf ein leeres Glas oder mit einem leeren Glas aufsetzt, bezahlt ebenfalls sämtlichen ordnungsmäßig Beteiligten ein Glas.

4.Bierordnung

§ 41

Die Bierstrafen zerfallen in:
Genussstrafen, Satzstrafen und Bierverschiß.

Genussstrafen

§ 42

Genussstrafen bis zu einem Halben können auf der Kneipe von den Präsidien verhängt werden.
Denselben verfällt:
1. Wer die Liedertexte verhunzt oder, ohne sich beim Präsidium singkrank gemeldet zu haben, beim Absingen der Lieder schlecht oder gar nicht beteiligt;
2. Wer sein Kommersbuch während des Colloquiums offen hat;
3. Wer seinen Platz verlässt, ohne Tempus erhalten zu haben;
4. Wer das ihm bewilligte Tempus ungebührlich ausdehnt oder sein Wiedererscheinen nicht mit „Tempus ex’“ anzeigt;
5. Wer das Silentium unterbricht oder ein allgemeines Lied, einen Vortrag etc. stört;
6. Wer, ohne vom Präsidium das Wort erhalten zu haben, eine Rede oder Bierpauke etc. hält oder sonst die Ordnung stört.
Satz-Strafen

§ 43

Mit Satzstrafen wird belegt:
1. Wer trotz wiederholter Genussstrafen den Komment nicht einhält oder in grober Weise sich gegen denselben vergeht;
2. Der Bierkranke, welcher einem anderen etwas vor- oder nachtrinkt.

Bierverschiß

§ 44

Der Bierverschiß (B.V.) ist die höchste Bierstrafe; er besteht im Ausschluss von allen Bierrechten und Bierfunktionen und kann nur vom Präsidium verhängt werden.

§ 45

In den B.V. wird erklärt:
1. Wer trotz 2er Satzstrafen oder wiederholter Genussstrafen sein ungehöriges Benehmen fortsetzt oder sich den Anordnungen des Präsidiums widersetzt;
2. Wer wiederholt auf ein kommentmäßiges Quantum nicht nachkommt;
3. Wer sich weigert, in die Kanne zu steigen;
4. Wer mit einem Bierschisser spricht, ihm zutrinkt oder sonst irgend welche Gemeinschaft mit ihm macht.

§ 46

Der Bierschisser hat sich an einen isolierten Platz zu setzen, darf weder singen, noch trinken und das Wort nur ergreifen, um sich herauspauken zu lassen.

§ 47

Die Bestimmung des B.V. liegt im Ermessen des Präsidiums. Fordert das Präsidium mit den Worten „Bierverschiß ex‘ den Bierschisser auf, sich aus den B.V. in die Bierehrlichkeit zurückpauken zu lassen, so hat dieser unverzüglich Folge zu leisten. Widrigenfalls ist er von der Kneiptafel zu verweisen. .
Ein von der Kneipe verwiesener Bierschisser darf an Kneipen dann erst wieder teilnehmen, wenn der B.C. das Auspauken beschließt.

§ 48

Wenn das Präsidium den Bierschisser auffordert, sich herauspauken zu lassen, oder der Bierschisser selbst – nach Erhaltung des Wortes – darum bittet ausgepaukt zu werden so bittet der Bierschisser einen bierehrlichen Burschen , ihn herauszupauken. Hat dieser Bursche vom Präsidium das Wort erhalten, so sagt der auspaukende Bursche: „Wer ist Bierschisser?“ Corona: „N.N.“. auspaukender Bursche : „Was ist N.N.?‘ Corona: „Bierschisser!‘ Dann sagt der auspaukende Bursche: „Der Bierschisser N.N. paukt sich mit einem Vollen in die hohe Bierehrlichkeit zurück“. Hierauf fragt der auspaukende Bursche wieder: „Wer ist bierehrlich?‘ Corona: „N.N.“ „Was ist N.N.?“ Corona: „Bierehrlich!“‚

Zum Schluss erklärt der Auspaukende: „N.N. bierehrlich!“
Der Auspaukende kann nach Belieben trinken, der Bierschisser hat das verlangte
Quantum zu trinken (ein Volles).

§ 49

Generell gilt: Erst trinken, dann rempeln.

5.Festkomment

§ 50

Die Vorschriften des Festkomments finden bei feierlichen Gelegenheiten ihre Anwendung. Diese sind:

  1.  die Antrittskneipe;
  2. die Rezeptionskneipe;
  3. die Promotionskneipe;
  4. der Stiftungsfestkommers;
  5. der Weihnachtskommers;
  6. die Damenkneipe;
  7. die Semesterabschlußkneipe;
  8. die Trauerkneipe.

§ 51

Auf Kneipen und Festkommersen kann der Senior das Rauchen untersagen .

Antrittskneipe

§ 52

Jedes Semester beginnt mit einer feierlichen Antrittskneipe, deren Zeitpunkt auf dem ersten Konvent festgesetzt wird.

Rezeptionskneipe

§ 53

Vor dem Rezeptionsakte steigt das Bundeslied. In einer sich daran anschließenden Ansprache macht der Senior die Neuaufzunehmenden auf die Prinzipien und die Pflichten gegen die Verbindung aufmerksam und nimmt hierauf die Rezeption in folgender Weise vor:
„Herr N.N., geloben Sie mir als dem derzeitigen Senior Cimbria auf Ehrenwort, Prinzipien und Satzungen Cimbria stets hochzuhalten, das Konventsgeheimnis zu wahren und selbst im Falle Ihres Austrittes nichts Feindliches gegen Cimbria zu unternehmen?“
Auf die Antwort: „Ich gelobe es“ fährt er fort:
„So sei ewig Ihr Wahlspruch“:
„Der Wahrheit treu und treu dem Vaterland!“
„Ich ernenne hiermit Herrn N.N. zum krassen Fuchsen (bzw. Burschen) Cimbria und trinke mit ihm das offizielle Schmollis.“
Sind alle rezipiert, so steigt das Lied: „Im Krug zum grünen Kranze‘. Die 4. Strophe wird von den neu rezipierten Mitgliedern alleine gesungen.
Während der Rezeption und der Promotion stehen die Conchargen mit der Fahne neben dem Präsidium.

Promotionskneipe

§ 54

Vor der Promotion steigt das Bundeslied; hierauf hält der Senior eine Rede an die zu promovierenden Füchse und nimmt sodann die Promotion in folgender Weise vor:
„Fuchs N.N., gelobst Du mir als derzeitigem Senior Cimbria auf Ehrenwort, Prinzipien und Satzungen Cimbria stets hochzuhalten, das Konventsgeheimnis zu wahren und selbst im Falle Deines Austrittes nichts Feindliches gegen Cimbria zu unternehmen?“
Hat der Fuchs mit Handschlag geantwortet „ich gelobe es“, spricht der Senior:
„Ego, N.N. pro tempore Cimbria ordinarius ex auctoritate et dignitate te vulpem N.N. bursarium nomino, nominatum declaro, declaratum proclamo! Gratulorl“
Nach der Promotion trinkt der Senior mit dem neu Promovierten.
Sind alle Füchse promoviert, so hält der Fuchsmajor an die Jungburschen eine kleine Ansprache und reibt auf sie mit der übrigen Aktivitas einen Salamander.
Zum Schluß steigt das Lied: „Stoßt an, Reutlingen soll leben!”

Stiftungskommers

§ 55

Die wesentlichen Teile desselben sind:
• Begrüßungsrede an die Festgäste
• kurze Prinzipienrede und Gedächtnis der Gründung
• Festrede in Verbindung mit dem Bundeslied
• Tauerrede ( Gedächtnis an die Verstorbenen)
• Toast auf die alma mater beim Gaudeamus igitur
• Toast auf die Damen, in Verbindung mit einem passenden Liede.
Die Festrede wird von einem A.H. oder für diesen Zweck geladenen Gast gehalten.
Der Festkommers muß mit größter Sorgfalt vorbereitet sein. Der verantwortliche Leiter des Kommerses muß den Text schriftlich niederlegen, damit ein reibungslose e Abwicklung gewährleistet ist. Zu vermeiden ist ein ödes Absingen und Kommandieren der Lieder, ohne deren geistigen Gehalt mit einigen Worten zu motivieren.
Während des offiziellen Teiles ist ein gegenseitigem lautes Zutrinken von Tafel zu Tafel seitens der B.B. B.B. zu unterlassen.
Die Kontrapräsidien sind verpflichtet, die Ordnung an ihren Kneiptafeln streng zu überwachen und Tempus nur in bescheidenem Umfange zu gewähren.
Ein inoffizieller Teil ist bei einem hochoffiziellen Festkommers möglichst wegzulassen.

§ 55a

Zur Unterstützung des Präsidiums ist ein Verkehrsbursche zu ernennen, dem allein das Recht zusteht, etwaige Anordnungen während des Kommerses im Einvernehmen mit dem Präsidium zu treffen, die Meldungen der Redner entgegenzunehmen, die Gäste zu empfangen und sonstige Vorbereitungen anzuordnen. Der Verkehrsbursche tritt auch bei sonstigen hochoffiziellen Veranstaltungen in Funktion. Vor der Eröffnung des Kommerses bzw. Einmarsch der Chargen kommandiert er „omnes ad loca“.

Weihnachtskommers

§ 56

Die Ausschmückung des Weihnachtsbaumes haben die Füchse zu besorgen; die für den Einkauf der Geschenke notwendigen Gelder werden durch Umlage aufgebracht, den Einkauf und das Arrangement der Geschenke etc. besorgt eine besondere Kommission.

Damenkneipe

§ 57

Soll während des Semesters auf Beschluss des B.C. eine Damenkneipe stattfinden, so überträgt der Senior (bzw. F.M.) nach einiger Zeit die Präsidien an Bundesschwestern, die vorher vom B.C. zu bestimmen sind. Die Leitung geht zum Schluss wieder an das erste Präsidium zurück.

Schlusskneipe

§ 58

Für die in jedem Semester stattfindende Schlusskneipe gelten dieselben Bestimmungen wie für die Antrittskneipe. Die Rede des Seniors soll ein Bild des vergangenen Semesters geben.
Der Salamander gilt dem weiteren Wachsen, Blühen und Gedeihen Cimbria im folgenden Semester.

Trauerkneipe

§ 59

Zu einer Trauerkneipe trägt das Lokal Trauerschmuck, Wappen und Fahne sind umflort, ebenso die Schärpen. Mit den Schlägern wird nicht aufgeschlagen. Vor dem Präsidium steht eine brennende Kerze. Die Lieder werden ohne Klavierbegleitung gesungen. Auf einer Trauerkneipe darf nichts vorgetrunken werden.

§ 60

Die Kneipe wird vom Senior mit dem Bundeslied eröffnet, worauf ein vorher bestimmtes Mitglied eine entsprechende Trauerrede hält, sodann die Corona auffordert, sich zu erheben und den Verstorbenen durch ein (mindestens 5 Minuten dauerndes) Silentium triste zu ehren, das der Senior mit „Silentium incipit‘ eröffnet und mit „Silentium ex“ beschließt.
Darauf steigt das Lied „Es hatten drei Gesellen‘. Bei dem nun folgenden, in der Luft zu reibenden Trauersalamander steht an dem leer zu lassenden Platz rechts vom Senior das umflorte Glas des Verstorbenen.
Nach dem Trauersalamander spricht der Senior in feierlichem Ton: „Unsere Gläser
sind leer, nur eines ist voll. Der es trank, ist nicht mehr. Höre es, toter Bruder, ich
trinke dir dein letztes Glas zu.
(Er leert das Glas.)
Wie dein treues Herz brach, so zerbreche ich dies Glas.‘ (Er zerschellt das Glas.)
Darauf gibt der Senior das Zeichen, die Verdunkelung des Lokals, die mit „Silentium incipit“ begann, aufzuheben und schließt damit die Kneipe, worauf sich alle schweigend entfernen und sich nach Hause begeben.

§ 61

Bei der Antritts-, Rezeptions- und Promotionskneipe, dem Stiftungsfestkommers, der Schluß- und Trauerkneipe fungieren die Chargierten in Vollwichs, bei
Weihnachtskommers und Damenkneipe in Salonwichs (Cut oder dunkler Anzug, Tönnchen und Schärpe).

6. A N H A N G

Exkneipe

§ 62

Unter Exkneipe versteht man zweierlei:
1. An jedem Kneip-abend die Zeit nach dem Schluß des offiziellen Teils.
2. Die abendlichen Zusammenkünfte in einem vom Konvent bestimmten Lokal. Der Besuch der Exkneipen ist offiziell.

§ 63

Auf der Exkneipe nach § 62 Absatz 2 fungieren keine Präsidien, sondern es gelten die allgemeinen Bestimmungen des Komments.

Fuchsenbummel

§ 64

In jedem Semester findet ein offizieller Fuchsenbummel statt, dessen Programm vom B.C. zu genehmigen ist. Die stattfindende Kneipe wird vom Senior eröffnet. Dieser übergibt dann das Präsidium an den Fuchsmajor, welcher für den weiteren Verlauf der Kneipe umgekehrte Semester erklärt. Die Präsidien werden nur von den Füchsen geführt und zwar erhält es der jüngste zuerst. Zum Schluss erklärt der Senior die umgekehrten Semester und die Kneipe für ex.!

Einführungsbestimmungen

§ 65

In Zweifelsfällen steht die sofortige Auslegung des Komments dem Präsidium (resp. ältesten Semester) zu; eine definitive Entscheidung fällt der B.C. mit einfacher Mehrheit.
Vorliegender Komment tritt durch Beschluß des AH-Konventes vom 25.05.2001 in Kraft.
Seine Abänderung im Ganzen erfordert einen 4/5 Mehrheitsbeschluß des AH-Konventes.

7.LIEDERTEXTE etc.

Eine Auswahl von Liedern des Kommersbuches


Beim Rosenwirt am Grabentor 386

Im Krug zum grünen Kranze 436

Brüder, reicht die Hand zum Bunde 300

Im schwarzen Walfisch zu Askalon 480

Burschen heraus 189

In der alten Schenke wieder

Ca Ca geschmauset 380

Kein Tropfen im Becher 406

Das schwarzbraune Bier 395

Krambabuli 490

Deutschlandlied 3

O alte Burschenherrlichkeit 290

Die Gedanken sind frei 73

Preisend mit viel schönen Reden 24

Donausstrudel (Als wir jüngst in Regensburg waren) 128

Sind wir vereint zur guten Stunde 188

Dort Saaleck, hier die Rudelsburg 282

Stoßt an ! Reutlingen soll leben 208

Ein Heller und ein Batzen 436

Student sein, wenn die Veilchen blühen 294

Ergo bibamus 243

Vom hohn Olymp herab 202

Es leben die Studenten 266

Was die Welt morgen bringt 269

Es liegt ein Städtlein an den Rhein

Wo zur frohen Feierstunde 219

Freude schöner Götterfunken 200

Wütend wälzt sich einst im Bette 488

Gaudeamus igitur 225

Gold und Silber lieb ich sehr 116

Heidelberg, du Jugendbronnen 312

Alma mater tubengensis

Hoch auf dem gelben Wagen 434

Ich schieß den Hirsch im wilden Forst 183

Weitere Lieder im Internet

 

Sonderstrophen

Lili Marleen

Melodie: Norbert Schultze, 1937
Komposition: Hans Leip, 1915
Vorliegender Liedtext: Lale Anderson, 1941/1942

1. Vor der Kaserne, vor dem großen Tor
Stand eine Laterne und steht sie noch davor.
So woll’n wir uns da wiederseh’n,
Bei der Laterne woll’n wir steh’n,
|:Wie einst, Lili Marleen:|

2. Uns´rer beiden Schatten sah´n wie einer aus,
Daß wir so lieb uns hatten, das sah man gleich daraus.
Und alle Leute soll’n es seh’n,
Wenn wir bei der Laterne steh’n,
|:Wie einst, Lili Marleen:|

3. Schon rief der Posten, sie bliesen Zapfenstreich.
Es kann drei Tage kosten! Kam’rad, ich komm’ ja gleich.
Da sagten wir „Aufwiederseh’n“,
Wie gerne würd’ ich mit dir geh’n,
|:Mit dir, Lili Marleen! :|

4. Deine Schritte kennt sie, Deinen schönen Gang.
Alle Abend brennt sie, doch mich vergaß sie lang.
Und sollte mir ein Leid gescheh’n,
Wer wird bei der Laterne steh’n,
|:Mit dir, Lili Marleen? :|

5. Aus dem stillen Raume, aus der Erde Grund,
Hebt mich wie im Traume, dein verliebter Mund.
|: Wenn sich die späten Nebel dreh’n,
Werd’ ich bei der Laterne steh’n
Wie einst, Lili Marleen:|

Westfalen Sonderstrophen

1. Doch ein Kleinod wurd´vergessen,
liebe Fürsten hier im Saal,
liebe Fürsten hier im Saal:
Es ist das schöne Westfalenland
Durch Bier und Korn uns wohlbekannt
Und es freut mich umso mehr,
viele Cimbern kommen von dort her !

2. Die Fürstenschar war ganz begeistert,
ihre Stimmung stieg enorm,
ihre Stimmung stieg enorm:
Jeder sprang von seinem Sitze Anregung : Peter Leuer „Eberhardt, Du bist ja Spitze, Text: Dieter Keim
dass Du daran hast gedacht“ Stiftungsfest 1990 und sie feierten die ganze Nacht

Rudelsburg Sonderstrophe

Was brauchen wir die Rudelsburg
was brauchen wir die Saale
wir haben doch das Cimbernhaus im schönen Echaztale
und Berge hier und Berge dort zur Rechten und zur Linken
|: das Cimbernhaus das ist ein Ort zum schwärmen und zum trinken|.

Legende:

AC  – Allgemeiner Convent, regelmäßiges Treffen der Aktivitas (Füchse + Burschen)
AH  – Alter  Herr, = Verbindungsmitglied nach der Aktivenzeit
AHAH  – Mehrzahl von Alter Herr
BB  – Bundesbruder = alle Personen, die einer gleichen Verbindung angehören
BBBB  – Mehrzahl von Bundesbruder
Bierehrliche Handlungen  – Handlungen während der Kneipe z. B. Zipfeltausch, Ehrungen
Bibamus –  Trinken
Burschen  – Promovierte, aktive Studenten
BC  – Burschen Convent, regelmäßiges Treffen der Aktiven ohne Füchse. Hier werden z.B. Personalentscheidungen getroffen. (Aufnahme neuer Studenten etc.)
BV  – Bierverschiß. Strafe, die bei groben Verstößen während einer Kneipe ausgesprochen wird.
CC  – Cum Convent (= AH Konvent) Treffen der AH-Schaft,
Cantoribus – Sänger
Cantus  – Lied
Colloquium  – Gesprächsrunde
Concharge  – An der Kneiptafel zur Linken der FM, zur Rechten der XX
Fiducit  – Vertraue
Gäste , hc  – Honoris causa, = ehrenhalber = Gäste, die auf Kneipen Burschenrechte aber keine Burschen Kompetenz haben .
RCC  – Reutlinger Chargen Convent (gibt es zur Koordination von Aktivitäten innerhalb der Reutlinger Verbindungen )
i.L.  – In loco (am Platz), oder hier sitz ich !!
Igel  – Offizielle Kneipglas
NN. N.N.- Noch Niemand oder Platzhalter für einen Namen der noch nicht bekannt ist
Füchse, Fuchs, Fux, Füxe  – Rezipierte Studenten. Neu eingetretene Studenten.
FM  – Fuchsmajor
Kanne  – Bestrafungsschluck
Komment  – Siehe § 1, = Regeln im studentischen Verkehr
Kompetenz  – Handlungsverantwortung / Fähigkeit auf einer Kneipe . Hat  ausschließlich der Senior, es sei denn er übertragt diese auf einen Chargen.
Leibbursche  – Sohn des Biervaters
Löffeln  – sich mit einem Schluck entschuldigen
smollis, schmollis !  – Zuruf beim Brüderschaftstrinken, vermutlich einmal der Name eines Getränks
Schmollis  – Mit jemanden ~ trinken, Brüderschaft trinken

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